Restaurierung

Deutscher Mühlentag 2014 am Pfingstmontag 09.Juni 2014

Nachdem alle Formalitäten erledigt waren und die Restaurierung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt war, konnten wir Anfang März 2009 mit den Arbeiten beginnen.

Als erstes stand die Gebäudesicherung an. Im Keller war das Sandsteinfundament auf der westlichen Giebelseite teilweise gar nicht mehr vorhanden. Die Kellersanierung stand daher an erster Stelle.

Dann ging es erst mal ans Aufräumen. Alte Elevatorgurte, jede Menge Ölfässer und Eimer, sogar Getreide- und Mehlreste waren noch in den Maschinen und Silos.

Vom Schrotgang fehlten die Steine. Da diese nicht mehr auffindbar waren, mussten wir uns neue besorgen. Hier kam uns Wolfgang Strakosch, seines Zeichens historischer Mühlenbauer, zu Hilfe. Er vermittelte uns die Adresse eines Steinbruches in der Eifel, von wo wir neue Steine aus Lavabasalt beziehen konnten. Wolfgang Strakosch war dann auch bereit die Steine nach alter Sitte zu schärfen. Bei dieser Gelegenheit konnte er dann auch gleich unseren Lehrling Frank Iftner in das alte Handwerk einweisen. Schreiner Hans Grau fertigte uns eine neue Zarge aus Eichenholz, so dass der Schrotgang nun in vollem Glanz erblüht. Zwischenzeitlich haben wir auch die Transmissionswelle wieder in Gang gebracht. Es fehlen nur noch wenige Schritte bis zur Funktionsfähigkeit.

Das Glanzstück der Mühle ist zweifelsohne der Porzellanstuhl von Wegmann aus dem vorletzten Jahrhundert. Dieser war in einem erbärmlichen Zustand. Also wurde dieser in mühsamer Arbeit bis ins kleinste Detail zerlegt, gereinigt und entrostet. Anschliessend geölt und wieder zusammengebaut, so dass der historische Walzenstuhl fast wie neu dasteht.

Die vorhandenen Fenster waren nicht mehr zu retten. Sämtliche Rahmen waren völlig verfault. Mit dem Schreinermeister Berhard Köstner aus Fetzelhofen fanden wir einen kompetenten Mann, der uns identische neue Rahmen aus Eichenholz fertigte. Dabei war fast jedes Fenster eine Einzelanfertigung, in die die alten handgezogenen Gläser wieder eingesetzt wurden.

Der Fussboden in der 2. Etage war über grosse Bereiche vermorscht und nicht mehr trittsicher. Dieser konnte daher von Besuchern nicht betreten werden. Da es sich um ein Nut-und-Feder System handelte und die wenigen trittfesten Bretter auch nicht mehr im besten Zustand waren, beschlossen wir den Boden komplett neu zu belegen..Beim Entfernen der alten Bretter hat sich das auch als richtige Entscheidung herausgestellt. Da diese Etage jetzt auch sehr gut begehbar ist, kann auch hier mit der Renovierung der alten Maschinentechnik begonnen werden.

Die Fassade auf der Wasserseite wurde beim Abriss des maroden Turbinenhauses sowie bei den Wasserbau-arbeiten zur Installation des Wasserrades in Mitleidenschaft gezogen. Ein neuer Anstrich war dadurch fällig geworden. Bei dieser Gelegenheit haben wir dann auch den Schriftzug “Kunstmühle Lonnerstadt” auf die Wand gezeichnet.

Nachdem jetzt wieder ein Teil der substanzerhaltenen Massnahmen erledigt sind, kann wieder mit der Restaurierung der Müllereitechnik fortgeschritten werden.

[Home] [Geschichte] [Photo Gallery] [Links] [Impressum]