Der Müller

Deutscher Mühlentag 2014 am Pfingstmontag 09.Juni 2014

Quo vadis, Müller und Mühlen?

An der Schwelle des 21. Jahrhunderts haben sich das Berufsbild des Müllers und das Gesicht der Mühlen erheblich gewandelt. Bei allen Abhandlungen darf aber der Mensch, immer noch das Wichtigste zwischen Korn und Technik, nicht vergessen werden. Mensch und Maschine gehörten in der Müllerzunft schon immer zusammen, nie ging das eine ohne das andere, nur die Dimensionen haben sich geändert. Aus Mühlen sind Mehlfabriken geworden, aus Müllern Mühlenkaufleute. Mühlentechniker und Mühlenlaboranten, die Produktivität des einzelnen ist um ein vielfaches größer geworden. Doch bleibt der Müllerberuf als Handwerk erhalten, denn Getreide ist und bleibt ein Naturprodukt, es lässt sich nicht wie ein Kunststoff analysieren und fabrizieren, die erfahrene Hand des gelernten Müllers ist nach wie vor gefragt.

Müller: Ein Beruf mit Zukunft!

Dieser Beruf ist nicht alt und verstaubt - im Gegenteil: er ist modern, vielseitig und bietet nicht zuletzt in der derzeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise eine sichere Zukunftsperspektive. Er bedeutet den Umgang mit dem hochwertigen Naturprodukt Getreide, aus dem die Verfahrenstechnologinnen und -technologen mit großem Know how und Geschick sowie hochmoderner Technik das jeweils passende Mahlprodukt für Backwaren, aber auch für Soßen, Fertig- und Babynahrung sowie Futtermittel herstellen. Bäcker, Teigwarenhersteller und private Haushalte verlangen nach konstant guter Mehlqualität mit speziellen Eigenschaften. Nur die müllerischen Verfahrenstechnologen/-innen sind hierzu in der Lage, und von daher gefragte Experten auch in den "benachbarten Branchen" der Ölmühlen, Reis- und Schälmühlen und natürlich auch im Maschinenbau - und das international!

Der Beruf ist daher unverzichtbar und bietet attraktive Perspektiven:

Das trifft auch für den Mühlenbauer zu, der auch ein traditionsreicher Beruf war und außer handwerklichen Fähigkeiten aus vielen anderen Berufen schon sehr früh Ingenieurkenntnisse verlangte. Heute wird eine Mühle ingenieurmäßig geplant und gebaut, von einem Team von Spezialisten, von Müllern, Technikern, Schlossern, Feinmechanikern, Installateuren, Elektrikern, Elektronikern usw.

Mechwart und Haggenmacher, Luther und Seck, die Pioniere von gestern wären sicher erstaunt, wenn sie sehen könnten, was Müller, Mühlenbauer und Mühlen heute leisten. Sie hatten damals mit dem 12-Stundentag und der 6-Tagewoche fast doppelt so viel Arbeitszeit wie heute. Vor 100 Jahren war die Dampfmaschine die entscheidende Kraft für höhere Leistungen, heute ist es die Elektronik und die Datenverarbeitung.

So kann der heutige Nachwuchs auf seine traditionsreiche Zunft stolz sein und mit Zuversicht in die Zukunft blicken im Sinne des alten Müllergrußes

Glück zu !

 

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